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Sesamtee im japanischen Spa und tanzen im Café Mersand

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Samstags ist der ideale Tag, um die Seele baumeln zu lassen. Letzte Woche hatte ich Besuch von Gloria. Wir haben zusammen eine Massage im japanischen Spa von Jaffa gebucht. Wir entschlossen uns für die E-Bikes und radelten gemütlich durch die am Shabbatmorgen noch schlaftrunkene Stadt. Auf dem Fahrradweg der Ibn Gvirol zum Rabinplatz, über die Sderot Chen, den Habimaplatz zum Rothschild Boulevard. Am Espresso-Kiosk sassen einige Tel Aviver vor ihrem Milchkaffee, während Frühaufsteher mit ihren Vierbeinern über die Allee flanierten. Rothschild, der Catwalk für Hunde.

Wir biegen im Süden in die Nahalat Binyamin, um über die Jaffa Road zum Uhrturm der historischen Altstadt zu gelangen. In Jaffa sind die Strassen belebt, Touristen zwängen sich durch die Gassen, die Polizeipräsenz fällt mir ins Auge. Streifenwagen und uniformierte Polizisten am Wegrand. Wir radeln die Yefet Street bergauf, in einer idyllischen Seitengasse liegt das Yoko Kithara Spa. Eine pinkfarbene Bougainville blüht vor der Villa, die Tür ist offen und wir schieben unsere Bikes in den Innenhof. Es duftet nach ätherischen Ölen.

Japanischer Spa in Jaffa Villa

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Wir streifen unsere Flip Flops ab, schlüpfen in weisse Badeschlappen. Ein sympathischer junger Mann platziert uns auf einer Couch, die Füsse im lauwarmen Wasserbad füllen wir das obligatorische Gesundheitsformular aus. Wir trinken Wasser aus japanischen Porzellanbechern und essen zwei Kekse. Die werden mir später zum Verhängnis. Über eine Holztreppe gelangen wir in das Treatment Zimmer in der ersten Etage. Nebeneinander unter luftigen Laken liegend, muss ich mich zusammen nehmen, nicht zu kichern. Unter Sandkasten Freundinnen gibt es immer etwas zu lachen. Schon alleine der Anblick von uns beiden auf den Massagetischen bringt mich albern zum schmunzeln.

Hustenanfall beim Sesam Tee schlürfen

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75 Minuten lang werden wir durchgeknetet. Auf dem Bauch liegend, den Kopf in der Öffnung des Tisches hängend, offenbart sich mir die Wirkung von straff sitzenden Akupressur Punkten. Meine Nase fängt an zu laufen, dann stark zu tropfen. Mir ist das peinlich, ich bitte um Taschentücher. Dann merke ich, wie unverdaute Kekskrümel meinen Hals irritieren und bekomme einen fetten Hustenanfall. Kekse esse ich nie mehr vor einer Massage. Danach fange auch ich an, die Massage zu geniessen, während Gloria neben mir im Nirvana seufzt.

Als wir wieder auf der Couch vor einem Sesamtee sitzen, bekommt Gloria einen Lachkrampf. Ansteckend. Wir sitzen da wie zwei gluckernde Schulmädchen, während der Tee aus unserem Mund prustet. Wieder peinlich, in der Stille des japanischen Spa, den ich euch wärmstens empfehle. Die Massage war professionell und das Ambiente in dem historischen Haus ist wirklich traumhaft.

Limabohnen in der Shaffa Bar

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Der Hunger treibt uns in die Shaffa Bar auf dem Flohmarkt von Jaffa. Samstags war ich noch nie hier, die Geschäfte sind zwar geschlossen, dennoch ist die Hölle los. Wir stehen brav an, nachdem eine resolute Zwanzigjährige uns zurecht weist, auf der Bank auf einen freien Tisch zu warten. Israelis gehen gerne aus. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die Menschen dieser Stadt leben draussen. In Cafés und Restaurants, Parks und an Stränden. Wir essen mein Lieblingsgericht das Lima Lima, sprich Limabohnen mit knusprigen Brot zum tunken.

Den Rückweg radeln wir über die Strandpromenade. Das war ein Fehler. Die Sonne ist auch Ende September um die Mittagszeit unerbärmlich. Wir schieben unsere Räder zu Fuss an den Menschenmengen vorbei, bis wir uns auf den Radweg retten, der sich von Jaffa bis in den Norden Tel Aviv’s zieht. An der Gordon biegen wir stadtwärts ab. Antizyklisch zum Strom der Badefreudigen, die mit Handtuch, Hund oder Surfbrett Sand und Wellen aufsuchen.

Bunte Flaggen auf der Ben Gurion Allee

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Über die Ben Gurion, vorbei am überfüllten Kaffee-Kiosk Ecke Dizengoff kommen wir zum Rabinplatz. Das untere Ende der Ben Gurion ist derzeit mit bunten Flaggen geschmückt, ein Augenschmaus wie ich finde. Endlich zuhause, fallen wir auf die Couch. Massage, e-biken und die pralle Sonne können echt müde machen.

Wild Thoughts im Café Mersand

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Spät nachmittags schwingen wir uns nochmal auf die Räder und treffen im Café Mersand unseren Jugendfreund Joe mit seiner Frau Ella. Das Mersand ist eines meiner Lieblingscafés, weil es diese geniale Mischung aus alt und neu hat. Es sieht original aus wie vor 50 Jahren. Am Wochenende legen DJ´s auf, so wie heute ein russischer Freund von Joe. Wir schwingen zwischen den Linoleum Tischen zu den Beats von Wild Thoughts von DJ Khaled. Den habe ich schon in Venice Beach rauf und runter gehört. Draussen sitzen flotte Rentner neben jungen Pärchen mit Kindern und ein paar bärtige Hipster, die am Bier nippen.  Klar, dass wir noch einen Abstecher zum Strand machen. Am Frishman üben wie jeden Abend Yogis den Handstand, während die Sonne orangerot ins Meer plumpst.

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