TEL AVIV NOTES  Insider Reiseblog für Tel Aviv
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Jaffa my love – I come back soon

Jaffa Flohmarkt

Macht ihr auch manchmal ein Ich-Date, also ein Treffen mit euch selbst? Genau das habe ich gestern getätigt, mir zwei Stunden freigeschaufelt. Schon seit Wochen habe ich Lust auf Jaffa (Wikipedia). Vor ein paar Tagen kam meine Tochter von einem Ausflug mit ihrer Fotografie-Klasse (Lou’s Wahlfach) ganz überdreht und glücklich aus Jaffa zurück. Das hat mich inspiriert. Ich dachte mir, das mache ich nach: ein paar Stunden durch die Altstadt bummeln, mich treiben lassen und fotografieren.

Fleckige Decken und duftende Seifen

Für mein E-Bike war es zu weit nach Jaffa, das sperrige Auto in den kleinen Gassen parken zu kompliziert, also gönnte ich mir ein Taxi. Ha, ich liebe Taxifahren in Tel Aviv: Anfahrt und politisches Update inklusive. Die meisten Fahrer kommentieren das Tagesgeschehen und solange es nur eine kurze Fahrt ist, amüsiert mich das. Längere Strecken könnten anstrengend werden.

Ich steige am Uhrturm aus, streife die legendäre Abulafia-Bäckerei, deren Glanzzeit in den 80’er Jahren liegt und die heute vorzugsweise Touristen anzieht. Dem Meer wende ich den Rücken zu und biege auf den Flohmarkt „Shuk HaPishpishim“ ein. Auf einem grossen Areal breiten fliegende Händler ihren Kram auf dem Asphalt aus. Sie verkaufen Spielzeuge, CD Raubkopien, Schuhe, Mäntel, Pullis. In manchen Ecken riecht es unangenehm scharf nach Urin. Obdachlose räkeln sich unter fleckigen Decken, Armut liegt in der Luft.

Flohmarkt & Menschen in Tel Aviv-Jaffa

Das alte Steinhaus der Naturparfümerie Ziliensky & Rozen kontrastiert die Szene und kommt mir gerade richtig. Alle Produkte sind handgemacht: Seifen, Duftkerzen, Parfüms. Mit viel Liebe zum Detail. Der Laden erinnert an eine europäische Apotheke aus der Gründerzeit. Eres Rozen, junger Besitzer der Duftfabrik redet über Seifen wie Starchef Eyal Shani über Tomaten. Klar, dass ich dem Sortiment nicht widerstehen kann und eine Vanillekerze kaufe.

Einkaufen in Jaffa Tel Aviv

Bohemian Flair auf dem Flohmarkt in Jaffa

Es wird Zeit für den eigentlichen Flohmarkt, ich biege in die Gassen mit den bunten Läden. Amerikanische und holländische Touristen rauschen an mir auf Leihrädern vorbei. Ich schlendere umher, der Flohmarkt ist kleiner als in meiner Erinnerung. Dafür sind die Leute, die in den Cafés und Restaurants sitzen echt cool. Eine tolle Mischung aus Locals und Reisenden. Boho-Flair.

Cafés in Jaffa Tel Aviv

Die Sonne kriecht hinter den Wolken hervor und ich entscheide mich für einen schmalen Holztisch in der Fussgängerzone der Shaffa Bar. Ich kenne die Bar nur abends, doch gefällt mir das Ambiente mittags fast besser. Die Mischung macht es. An den Tischen sitzen ältere exzentrisch gekleidete Frauen mit Audrey Hepburn Sonnenbrillen und stylischen Doc Martens Boots. Eine neonrot gefärbte Haarpracht trinkt mit ihrem Hippiefreund ein Bier, eine Philippinerin und ein französischer Touristenguide nippen Rotwein. Die Shaffa Bar verzaubert mich bei meinem Ich-Date und Mandelmilch-Cappuccino.

Mandelmilch Cappucco in der Shaffa Bar

Jaffa - ausruhen, genießen, leben

Und da es so schön ist, esse ich noch eine köstliche Limabohnen-Speise mit scharfen Chillischoten. Ich wäre noch ewig da hängen geblieben, Leute gucken und Cappucco trinken. Zwei meiner liebsten Tätigkeiten.

Kaffee in Jaffa

Wir sind aber einen Tag vor den Halbjahres-Zeugnissen und meine Teenie-Crew ist nervös. Es könnte die ein oder andere Note daneben gegangen sein. Die brauchen heute Nervenfutter, sprich „es-wird-alles-gut“ Stärkung. Vorher gebe ich mir noch ein Versprechen: mich bald wieder mit mir zu verabreden. Gerne in Jaffa.

Macht ihr auch manchmal ein Date mit euch selbst? Wie sieht das dann aus? Was unternehmt ihr? Oder seid ihr nicht gerne alleine unterwegs? Wart ihr schon einmal in Jaffa?

Schreibt das in die Kommentare; interessiert mich brennend.

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