TEL AVIV NOTES  Insider Reiseblog für Tel Aviv
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TEL AVIVS UNDERGROUND FOOD SZENE

15 FOODIES UND EIN VEGANER KOCH

Kulinarisches Essen mit Fremden an einem Küchentisch? Genau das ist das Konzept von EatWith. Ein israelisches Start Up, das weit über Israels Grenzen hinaus in Metropolen wie Barcelona, San Francisco, Los Angeles und Berlin zum Trend wurde. Seit 2012 bietet EatWith kommunales Dining an und bringt Köche und Foodies für eine Mahlzeit in privaten Locations zusammen.

EatWith ed&michal

Ich war letzte Woche mit meiner Freundin Louise bei so einem Event in Tel Aviv live dabei. Wir haben einen unvergesslichen Abend am langen Holztisch des veganen Kochs Edward Stuff verbracht. Edu, wie sich der 34-jährige nennt, kocht dreimal die Woche gemeinsam mit Assistentin Meital in seiner charmanten Wohnung über dem Bezalel Markt. Seine veganen Abende heissen table40.

Es ist düster draussen und regnet zum ersten Mal diesen Herbst. In Israel bedeutet erster Regen, dass das Land still steht. Ampeln fallen aus, endlose Staus, Chaos. Füssgänger in Gummistiefeln und Fleecejacken spielen Winter, obwohl der Regen tropisch ist und das Thermostat immer noch 25 Grad anzeigt.

EIN HUNGRIGER LABRADOR, FERMENTIERTES KRAUT UND RUM

Mit Hilfe der Taschenlampenfunktion des Handys finden wir das Haus mit der Nummer sechzehn auf dem, um diese Uhrzeit ausgestorbenen Secondhand-Markt Bezalel. Eine mollige Labradorhündin begrüsst uns stürmisch in der gemütlichen Wohnküche von Edu. Bevor er sich ganz EatWith verschrieben hat, kochte Edu in dem Szenelokal Orna&Ella auf der Sheinkinstrasse. Noch lieber aber bewirtete er seine Freunde, da kam das EatWith Projekt genau richtig. Es riecht nach frisch gebackenen Brötchen, die Edu auf Steinen im Backofen gehen lässt.

Edu Küche Eatwith

 

 

 

 

 

Der sympathische Koch erzählt, dass er seit 12 Jahren vegan lebt. Um sich im teuren Tel Aviv als privater Koch über Wasser zu halten, vermietet er ein Zimmer an Airbnb-Reisende. Die filigrane Meital ist für alles administrative zuständig. Die beiden strahlen Harmonie aus und sind ein gutes Team. Zur Begrüssung gibt es einen Rum-Drink mit selbst fermentierten Ginger Ale. Das Fermentieren habe es ihm angetan, lacht Edu. Er experimentiere viel mit Bakterienkulturen: Sauerkraut, Kombucha, Mandeljoghurt.

EATWITH FOODIES IN EDU´S URBANER TAVERNE

Mit Verspätung wegen des ersten Regens trudeln die Gäste nur langsam ein. Die Idee zu diesem Projekt ist genial. Wir sitzen nun mit Menschen an einem Tisch, die wir so nie kennengelernt hätten. Interessante Menschen. Mir gegenüber sitzt ein junges Paar: Ido erzählt, dass er vor einigen Jahren seine orthodoxe Familie in Jerusalem (neun Geschwister) verliess, um ein säkulares Leben in Tel Aviv zu beginnen. Seine Eltern reden seither nicht mehr mit ihm. Ein anderer Gast, der mit seiner Frau (Verhaltenspsychologin beim Militär) ein Wochenende in Tel Aviv ver´bringt, erzählt, dass er bald für einen Monat alleine nach Nepal fliegt.

gäste eatwith

 

 

 

 

 

 

Das ist für mich die Essenz dieser Abende. Nicht das Essen, das zwar aussergewöhnlich gut schmeckt, sondern die Begegnungen am langen Holztisch, die komprimierten Lebensgeschichten beim Rum trinken. Nach dem wir uns die Bäuche voll geschlagen haben mit veganen Tsaziki, Mangold-Burekas, Auberginenauflauf, rote Beete Chutney und Limabohnen, gibt es „Käsekuchen“ aus Cashewnüssen.

veganes essen eatwith

 

 

 

 

 

 

 

Ich kann es euch nur ans Herz legen, mal so einen Abend zu erleben. Wer demnächst in Tel Aviv ist, sollte unbedingt das vegan table 40 Diner bei Edu buchen.

webpage: EATWITH TEL AVIV

Eds table: TABLE 40

 

 

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